Gute Nacht Geschichten

Februar 26, 2021 Fast umsonst und draussen

Im Gepäck: Winterschlafsack (Komfortzone -12), Isomatte, wahlweise Biwak. Die Temperatur liegt zZ nachts bei 7 Grad (es muss für mich nicht “überleben oder sterben” sein).

Folgend meine ersten Versuche zeltlose Nächte zu überstehen.

Testphase Balkon

Einschlafen war kein Problem. Nachts bin ich aufgewacht und hatte das Gefühl mein Nacken bricht. Ein Rollkragenpulli wäre nicht schlecht gewesen, auch eine Mütze kann ich empfehlen. Egal, zu müde um aufzustehen habe ich mir den Schlafsack um die Ohren gezogen und in die Dunkelheit gelauscht. Rollige Katzen machen Theater, ansonsten ist es still. Ich schlafe durch bis 7.30 Uhr und robbe dann unauffällig vom Balkon runter in mein Wohnzimmer. Heisse Dusche, Tee, der perfekte Beginn.

Der Tag danach

Dieses Bild habe ich auch auf FB gepostet und bekam zahlreiche Kommentare. Ein junger Mann bezeichnete mich als “hübsch” (mit Augenzwinkern), woraufhin sich ein anderer verpflichtet fühlte mich zu verteidigen: “Ab einem gewissen Alter (…) Du würdest auch nicht besser aussehen.” Oh ha…, ich zögerte das Bild hier einzustellen.-))

Zweite Nacht, diesmal wirklich draussen

Ich fuhr mit dem Auto bis 500m an meinen Schlafplatz heran. Um nachts mit dem Schlafsack durch die Straßen zu laufen war es mir zu ungemütlich. Vor Ort ging alles schnell: Matte aufblasen, Schlafsack ins Biwak gestopft, fertig. Um mich herum war es ruhig. Bis…ja, bis ich Fußstapfen hörte. Schlaftrunken ignorierte ich das. Dann flackerte Licht auf. Ich setzte mich hin. Eigentlich hat mich niemand kommen sehen. Das Licht kam von 20m entfernt. Irgendwo hinter dem Reet. “Thorsten?”, rief ich in die Dunkelheit (Thorsten ist mein Freund, dem hatte ich gesagt wo ich sein würde). Nichts. Erst beim zweiten Mal, und ich schwöre, ich war kurz davor in Panik aus dem Biwak zu flüchten, stand er auf und…lachte. Sehr witzig. Ich betone, dass ich solche Scherze, nachts und allein, gar nicht mag. Nachher war es lustig, in dem Moment sicher nicht. Er fuhr nach Hause, ich versuchte zu schlafen. Es begann zu regnen. Schönes Geräusch auf meinem Biwak. Dann fuhren Güterzüge ein, wurden hin und her rangiert. Mir wurde kalt, vom Boden her. Ich schlief und wachte wieder auf. Ich musste pinkeln und hatte die Nase voll. Um 3.30 Uhr schnappte ich mein Zeug, marschierte zum Auto und fuhr nach Hause. Ein Bett ist nicht zu verachten.

(Fazit: Ich brauche eine andere Isomatte…)

Fortsetzung folgt

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