Verirren

November 17, 2020 Fast umsonst und draussen

Irren ist menschlich, verirren macht menschlich….

Oder, um es mit Tucholsky zu sagen: “Lass die Leinen los, trudle durch die Welt.”

Verirren ist DER Weg zum Abenteuer. Jeden Tag gehen die meisten Menschen den gleichen Weg zur Arbeit und zurück nach Hause. Die verbleibende Freizeit ist u.a. angefüllt mit Pflichten und Routinen. Verirren bietet das Gegenteil. Es schafft einen überraschten Blick auf Bekanntes, und hinterlässt im besten Fall das Gefühl lebendig zu sein.

Frühstück ans Bett in Frankreich

Wie schafft man es, in einer Welt voller GPS Koordinaten und Handy Apps, sich aktiv zu verirren? Nun, die Möglichkeiten der Orientierung nutzen zu können, um sich aus einer Notlage zu helfen, ist durchaus sinnvoll. Genauso sinnvoll kann es sein sich bewusst auf seine Sinne zu verlassen, bzw diese zu trainieren um die Umwelt intensiver wahr zu nehmen.

Nebel ist das perfekte Wetter für ein Abenteuer

Ein Beispiel: Statt am Morgen auf “Auto-Pilot” zu schalten, einen neuen Weg zur Arbeit nehmen. Nicht unbedingt den Kürzesten. Früher/später aufstehen. Das Rad statt das Auto, bzw zu Fuß gehen. Beim Bäcker halten, einen Kaffee raus holen, mit den anderen Kunden ein kleines “Guten Morgen”-Gespräch führen…Das Wetter zum Thema machen- das tun die Iren täglich und äußerst erfolgreich bis lyrisch.

Der nächste Schritt bedarf mehr Zeit.

Das Abenteuer wartet (nicht nur) draussen. “Microadventures” (siehe Alastair Humphreys oder auf meiner Seite tagged mit “Draussen”) ist der gängige Begriff. Im Netz finden sich 1000 de an Vorschlägen für jeden Geld,- und Zeitbeutel. Letztlich geht es um die innere Einstellung. Und die lässt sich gut mit “verirren” oder, wem das zu gefährlich klingt “erkunden” beschreiben.

Leben unter der Brücke

Lass das Handy in der Tasche, am Besten auf lautlos. Nimm die kleinen Wege. Geh nach Deiner Nase. Nimm in die Hand was Dich interessiert. Vor allem: Habe Zeit für Deine eigenen Gedanken und Gefühle. Ich finde das klappt besonders gut in der Natur. Wer die Stadt bevorzugt, kann aber nach den selben Empfehlungen vorgehen.

Worauf sollst Du achten? Natürlich braucht das Ganze einen Rahmen. Der kann größer sein- ein Wochenende mit dem Kanu auf einem unbekannten Fluß. Oder klein – eine Stunde Spaziergang durch den verlassenen Kleingarten, oder über den (noch) fremden Friedhof. Es kann eine Wanderung im Regen sein, mit Zeichenstift und Thermoskanne, oder die Übernachtung im Biwak auf freiem Feld (wasserdichte “Plane” in die man sich samt Schlafsack zur Ruhe bettet). Der Phantasie sollten keine Grenzen gesetzt werden.

Finde Deinen Platz

Die Einstellung “Verirren” hilft die inneren “Ach, lass doch den Quatsch”-Ansätze zu unterlassen. (Wenn Du keine Lust auf diese Aktivitäten hast, mach eben was anderes:-)

Wer das große Abenteuer bevorzugt, der kann auf der Facebook-Seite von Tom Turcich vorbeischauen: The World Walk. Ein Mann und sein Hund auf einer fünfjährigen Weltumwanderung. Ihr seid live und täglich dabei.

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